Von Rotauge bis Moderlieschen

Petri Heil, was für ein Fang. Bis zu 163 Fische holt Norbert Rode an einem Tag an der Rathsmühle aus der Aller. Für den passionierten Angler und Vorsitzenden des Fischereivereins „Früh Auf Celle" hat die Ausbeute allerdings nur akademischen Wert. Der Fang wird wissenschaftlich ausgewertet, die Fische vermessen und erfasst und anschließend wieder in den Fluss entlassen. Denn zusammen mit dem Land, der Stadt und den Stadtwerken ist der Fischereiverein derzeit dabei, den Fischaufstieg an der Rathsmühle zu überprüfen.
2,24 Millionen Euro hat die Anlage gekostet, mit deren Hilfe die Fische das Allerwehr überwinden sollen, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen. 2013 wurde der Aufstieg fertiggestellt. Seitdem steht die Frage im Raum, ob sich die Investition wirklich gelohnt hat. Versuche der Stadt, Fördermittel einzuwerben, waren bisher nicht erfolgreich - nun hat es geklappt.
„Durch die Bereitstellung von Finanzmitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie des Landes Niedersachsen können wir jetzt mit der Voruntersuchung beginnen. Es ist vorgesehen, dann Anfang Mai mit der eigentlichen bis April 2018 geplanten Funktionskontrolle fortzufahren. Nach Abschluss der Kontrolle sollen die Ergebnisse im nächsten Jahr in einer ausführlichen Dokumentation zusammengefasst werden", so Stadtsprecher Wolfgang Fischer.
Foto3In der Regel wird viermal pro Woche von Mitarbeitern der Stadtwerke Celle eine 2 mal 2 mal 1,5 Meter große Fischreuse für 24 Stunden in den Fischaufstieg abgesenkt und am Folgetag wieder herausgeholt. Foto1Anschließend wird der Fang hinsichtlich der Anzahl, Größe und Art von den Mitgliedern des Vereins „Früh Auf Celle" unterstützt vom Umweltwissenschaftler Jonas Rose dokumentiert und danach im Oberwasser des Wehres in die Aller zurückgesetzt. „Wir
haben schon die unterschiedlichsten Arten von Rotauge, Bachforelle über Moderlieschen bis zum Güster identifiziert", freut sich Rode.
Die Herstellung der Durchgängigkeit steht in Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Demnach sollen Wanderhindernisse für die gesamte Fischfauna beseitigt werden. Neben typischen Wanderarten wie Lachs, Meerforelle, Fluss- und Meerneunauge sowie Aal sollen auch Barben, Quappen, aber. auch Kleinfischarten wie Schmerlen und Koppen ungehindert aufsteigen können.

 

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Celle Heute vom 03.05.2017

Celle Heute vom 16.05.2017

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