1918 - 1928

 In den Jahren 1916 bis 1921 fand kein Vereinsleben statt, da der größte der Mitglieder zum Militärdienst einberufen war.

Ein kleiner vom Heeresdienst verschonter Kreis von Mitgliedern beschloss am 1. Dezember 1914 den Austritt aus dem Deutschen Anglerbund. Wahrscheinlich war ihnen der Beitrag zu teuer. Jahrelange Aufbauarbeit war mit einem Schlage vernichtet!

Wiederum war es Stadtamtmann Laue aus Hannover, der am 10.Februar 1921 die 11 verbliebenen Vereinsmitglieder zur ersten Nachkriegsversammlung einberief und den Verein zu neuerlichem Leben erweckte.

Man schloss sich wieder dem Deutschen Anglerbund an und Laue war es, der einen neuen, unseren heutigen Namen – „Fischereiverein Celle e.V. 1907“ – vorschlug. Der wurde einstimmig beschlossen und ins Vereinsregister eingetragen. Unser Vereinsabzeichen wurde mit farblicher Anpassung –von rot nach blau, den Stadtfarben Celles - vom Deutschen Anglerbund übernommen.

Mit Freude und Feuereifer ging man unter Leitung des immer noch Vorsitzenden Förster an die Arbeit, ein rechtes Schmuckstück der Vereinskunst zu schaffen.

Sachvorträge über Fliegen- und Spinnfischerei mit praktischen Übungen, und schon zu dieser Zeit Hege und Pflege von Tier und Pflanzenwelt, unter anderem durch Mitgliedschaft im Bund für Vogelschutz, wurden zu einer der wichtigsten Aufgaben unseres Vereins.

Im Jahre 1923 betrug die Mitgliederzahl immerhin stolze 63 Angler, die "für den Verein lebten".

Doch der nächste Tiefschlag ließ nicht lange auf sich warten. Die Inflation zwang uns, ein Eintrittsgeld von 1000,- RM zu erheben.

Den bereits eingeschlagenen Weg setzte Karl Hildebrandt, der 1923 als Nachfolger von Hilmar Förster den Vorsitz übernahm, fort.

Unter seiner Leitung stieg der Verein zu ungeahnter Blüte auf. Nach der Inflation stieg die Mitgliederzahl stetig.

Nacheinander wurden im Lauf der Jahre die städtische Allerfischerei, die bei Nienhof, bei Langlingen (Mylius), die Schädtlersche Fischerei bei Winsen, die Scheelesche Kuhle bei Nordburg und die Ohlensschen Kuhlen bei Altencelle angepachtet und damit der Wunsch nach weiteren eigenen Fischstrecken erfüllt.

In diese Zeit fiel auch, dass die Stadt Celle, im Glauben als übergeordnete Verpächterin im Recht zu sein, Fische für eigene Zwecke wieder entnahm.

Ein richterliches Urteil gebot diesem Tun schließlich Einhalt und sprach uns einen entsprechenden Schadensersatz zu.

Der jahrelange Kampf gegen Wasserverschmutzung und die immer mehr zunehmende Begradigung der Aller begann. Die vollständige Zuschüttung des Altarmes im Neustädter Holz konnte letztlich zum Glück verhindert werden.

Alljährliche Stiftungsfeste, Familienausflüge, An-, Ab- und Preisangeln, ließen Frohsinn, Geselligkeit und ein starkes Zusammenhaltsgefühl entstehen.

Eine kleine geschichtliche Zwischenbemerkung: Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, dass die Pfennigbrücke - 1900 als private Fußgängerbrücke über die Aller gebaut - 1923 komplett abgebrochen wurde, da sie mehrfach vom Hochwasser zerstört wurde.

Sogar in den Werken des Schriftstellers Hans Fallada wird unsere Pfennigbrücke erwähnt. Seit kurzem ist außerdem erschienen: „Um fünf an der Pfennigbrücke“. Geschichte und Anekdoten aus dem alten Celle von Rolf-Dieter Diehl.

Ihren Namen bekam sie übrigens wegen des anfangs erhobenen Brückenzolls, der erst einen, später zwei Pfennige betrug. 1925 wurde sie neu errichtet. In der Zwischenzeit übernahm unser Fischermeister Nölke die Rolle des Fährmanns. Es heißt, er habe zum Übersetzen den alten Backtrog seiner Oma benutzt, weil dieser sich am besten dafür eignete.

Die Pfennigbrücke, so wie wir sie heute kennen, wurde erst 1952 gebaut, nachdem sie 1942 städtisch geworden war. aber das nur nebenbei.

1928 war es der Regierungspräsident von Lüneburg, der von uns vorgeschlagene Fischereiaufseher bestätigte, darüber zu wachen, die unberechtigte Befischung unserer Gewässer, die zunehmende große Besorgnis erregte, einzudämmen.

Insgesamt wuchsen mit den eigenen angepachteten Gewässerstrecken Arbeiten und Pflichten. Das alles war nur mit durchdachter Arbeitsteilung zu bewältigen.

So war es im selben Jahr auch unumgänglich, eine Gewässerordnung zu schaffen und einen Gewässerausschuss zu bilden.

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